Ach, Polaroid!

So richtig abfinden mit dem Exitus der Polaroids kann die Welt sich noch nicht, ich bin da keine Ausnahme. So bringt das Impossible Project immer wieder neue und verbesserte Varianten auf den Markt, und selbst das Großformat mit 8×10 inch wird seit knapp zwei Jahren wieder bedient. Die alten 8×10 Polaroid-Prozessoren wurden einem bis dahin nachgeworfen, jetzt muss man bei einem großen Online-Auktionshaus schon mit 600 Euro rechnen, wenn man einen haben will. Die großen Filme kosten dann ein Übriges, aber billig war Polaroid ja noch nie.

Für 4×5 inch wird es wohl bald wieder einen SW-Film nach dem Vorbild des Polaroid 55 geben, die Kickstarter-Kampagne von New55 FILM brachte das erforderliche Geld zusammen. Das freut mich sehr, denn ich verfolge das New55-Blog schon lange. Noch mit dem „alten“ Polaroid 55 habe ich gerade ein Projekt fotografiert, dass ich im September auf einer Ausstellung zeigen werde.

Auch wenn ich Schwarzweiß sehr liebe, Farbe mag ich auch! Vor kurzem hatte ich Glück und konnte ein paar Schachteln Polaroid 59 erstehen. Die sind natürlich schon lange abgelaufen, aber die Zeiten, in denen man Polaroids zur Kontrolle der eigentlichen Belichtung auf Planfilm verwendete, sind lange vorbei. Die farblichen Veränderungen sind für die kreative Fotografie heute eher positiv zu werten. Und wenn man dann noch ein außergewönliches Objektiv verwendet, sieht das richtig klasse aus. Das Bild oben habe ich mit meinem Kodak Aero Ektar bei offener Blende und der Graflex Speed Graphic aufgenommen, mit keinem anderen Objektiv bekommt man auf 4×5 inch Film einen solchen Look – und mit den heutigen Digitalkameras schon gar nicht. Selbst die Mittelformatkameras von Phase One und Hasselblad schaffen das nicht, deren Sensoren haben ja noch nicht einmal echtes Mittelformat. Erst wenn ich einen „Vollformatsensor“ für meine Mamiya RZ und meine 4×5 inch Kamera haben kann, mache ich solche Fotos auch digital. Mindestens bis dahin lebt der Film, viva!