Gamer

Der schon länger kontrovers geführte Diskurs über die sogenannten "Killerspiele" wurde nach dem Amoklauf von Winnenden intensiver und verstärkt emotional geführt. Im März 2009 tötete ein 17-jähriger an einer Realschule 15 andere Menschen und zuletzt sich selbst, nachdem er nach mehrstündiger Flucht von der Polizei gestellt worden war. Nach Presseberichten soll der Amokläufer den Abend vor der Tat mit einem Ego-Shooter verbracht haben, was den Gegnern gewalthaltiger Computerspiele neue Argumente in die Hände gab.
Im Sommer kam dann mit der gamescom die größte deutsche Messe für interaktive Spiele nach Köln. Weil in den Medien, vor allem von Seiten der Politik, verstärkt ein Verbot der “Killerspiele” gefordert wurde hat es mich interessiert, wie sich diese Debatte gerade auf dieser Messe zeigen würde. Also ging ich mit meiner Holga, einer Plastikkamera für 20 Euro, die im englischen Sprachraum auch als “toy-camera”, also als Spielzeugkamera bezeichnet wird, auf die gamescom und machte mir ein Bild vom Gamer – dem Spieler von Computerspielen.
Dass der Diskurs auch 10 Jahre später noch nicht erloschen ist, zeigte im November 2019 die Veröffentlichung einiger meiner Bilder im Cicero, dem Magazin für politische Kultur.



























